Auf meiner Website gab (und gibt) es einige Bereiche, um die ich mich schon lange gedrückt habe. Dinge, die nicht unmittelbar stören oder furchtbare Auswirkungen haben und vermutlich gerade deshalb eben auch schon lange von mir aufgeschoben werden. Ein inhaltlich veralteter Absatz hier, ein abgelaufener Countdown da und zwei Blogbeiträge dort, die immer noch im Entwurfsstatus feststecken. Zu wenig wichtig, um sich gerade jetzt extra dafür hinzusetzen und gleichzeitig eigentlich auch zu sichtbar, um sie komplett zu vergessen.
Erledigt hat das am Ende nicht mein schlechtes Gewissen (ganz sicher wäre es dann nämlich noch nicht erledigt), sondern Claude – der KI-Assistent von Anthropic, mit dem ich seit längerem arbeite. Der kann nämlich inzwischen direkt in meinem WordPress-Backend arbeiten: klicken, tippen, speichern. In meinem Chrome-Browser, während ich mit dem Kaffee daneben sitze. Mein Ernst, ich kann wirklich dabei zusehen, wo und wie Claude sich durchklickt!
Da fühlt sich das Selbstständigsein mal richtig wie Chefin sein an: Anderen beim Arbeiten zusehen… 😜
Zuletzt hat Claude auf diesem Weg über 30 KI-Bilder auf meiner Website gekennzeichnet.
Mein Wissen dazu habe ich direkt in meiner Membership Kollektiv: Wachstum weitergegeben, in einer spontanen Workshop-Runde mit meinen Kollektivistas. Martina hat das so in die Umsetzung gebracht, dass sie kaum noch zu stoppen war: Neben ihrer Landingpage und der Magazinseite hat sie in einem Rutsch auch gleich ihre Danke-Seiten überarbeitet – eine Arbeit, die sie sonst viel Zeit oder eben viel Geld gekostet hätte.
Und, ja, ich höre deinen Gedanken: „Das will ich auch“ – hier kommt die Einrichtung, Schritt für Schritt. Spoiler: Es ist deutlich weniger technisch, als es klingt.

Claude Cowork und Claude in Chrome: Zwei Namen, eine Arbeitsteilung.
Claude Cowork ist der Arbeitsmodus in der Claude Desktop-App: Ich beschreibe, was ich erreichen will, und Claude plant die einzelnen Schritte und arbeitet sie selbstständig ab – weniger wie ein Chat, mehr wie eine Kollegin, der ich eine Aufgabe übergebe.
Claude in Chrome ist die offizielle Browser-Erweiterung von Anthropic. Mit ihr kann Claude in meinem Chrome lesen, klicken und Formulare ausfüllen, und zwar in meiner laufenden Sitzung: Ich bleibe in WordPress eingeloggt, mein Passwort bleibt bei mir, und ich sehe jeden Schritt live mit.
Das brauchst du für Claude Cowork
- Einen bezahlten Claude-Plan: Die Erweiterung gibt es in den Plänen Pro, Max, Team und Enterprise.
- Google Chrome: Du brauchst dafür Chrome am Computer – in anderen Browsern oder am Handy funktioniert die Erweiterung leider nicht.
- Die Claude Desktop-App: Hier startest du deine Cowork-Aufgaben.
- Deine WordPress-Zugangsdaten: Du meldest dich selbst an, dein Passwort bleibt dabei die ganze Zeit bei dir.
Schritt 1: Claude in Chrome installieren

- Öffne die Erweiterung am besten direkt über diesen Link: Claude im Chrome Web Store. In der Store-Suche tummeln sich nämlich viele ähnlich klingende Erweiterungen – die offizielle von Anthropic heißt schlicht „Claude“.
- Klicke auf „Zu Chrome hinzufügen“.
- Melde dich mit deinem Claude-Konto an.
- Pinne die Erweiterung an: Puzzle-Symbol oben rechts in Chrome → Stecknadel neben Claude.
Claude öffnet sich danach als Seitenleiste neben der Website, auf der du gerade bist.
Falls du die Erweiterung nach der Installation nicht findest: Wirf zuerst einen Blick hinter das Puzzle-Symbol und pinne sie dort an, und prüfe anschließend, ob du im richtigen Chrome-Profil unterwegs bist – genau das war bei einer meiner Kundinnen der Knackpunkt. Zur Not tippst du chrome://extensions in die Adresszeile und siehst dort schwarz auf weiß, ob „Claude“ installiert und aktiv ist. Und falls gar nichts hilft, findest du die offizielle Schritt-für-Schritt-Hilfe im Claude Help Center von Anthropic.

Schritt 2: Die Erweiterung mit der Desktop-App verbinden
Damit Claude aus einer Cowork-Aufgabe heraus in deinem Browser arbeiten darf, verbindest du beides einmalig – das dauert keine zwei Minuten:
- Öffne die Claude Desktop-App.
- Klicke unten links auf deine Initialen → Einstellungen.
- Wechsle zum Bereich Konnektoren.
- Suche Claude in Chrome und aktiviere die Verbindung über Konfigurieren.
Ab jetzt kann Claude in deinen Aufgaben auf Chrome zugreifen, allerdings nur auf Websites, die du einzeln freigibst.


Schritt 3: In WordPress einloggen
Öffne Chrome, logg dich wie immer in dein WordPress ein (deine-website.de/wp-admin) und lass den Tab offen. Ab jetzt arbeitest du in deiner Claude Cowork Desktop App weiter.
Durch eine farbliche Hervorhebung siehst du in deiner Browserleiste, worauf Claude gerade Zugriff hat.


Eins noch, bevor du Claude das erste Mal arbeiten lässt: Mach ein Backup deiner Website, per Plugin oder über deinen Hoster. Das hat weniger mit der KI zu tun als mit einer Gewohnheit, die sich bewährt hat – vor Änderungen an der Website sichere ich grundsätzlich einmal alles, ganz gleich, wer sie umsetzt.
Schritt 4: Die erste Aufgabe delegieren
Starte in der Desktop-App eine neue Cowork-Aufgabe bzw. lege ein Projekt an und beschreib so konkret wie möglich, was auf deiner geöffneten Website passieren soll – je genauer die Aufgabe, desto besser das Ergebnis. So klingen solche Aufgaben bei mir:
- „Öffne mein WordPress-Backend (ich bin in Chrome eingeloggt) und korrigiere auf der Über-mich-Seite den Abschnitt zur Ausbildung. Der neue Text: …“ (den würde sich Claude in meinem Fall aus meinem Notion ziehen, wo ich ihn zuvor erstellt und hinterlegt habe)
- „Lege einen neuen Blogbeitrag als Entwurf an. Titel und Text findest du in meiner Contentdatenbank in Notion. Nicht veröffentlichen.“
- „Prüfe alle Links auf meiner Startseite und sag mir, welche ins Leere laufen.“
- „Erstelle mir ein Pop-up, um mehr Anmeldungen für meinen Newsletter zu erhalten.“
Beim ersten Zugriff fragt die Erweiterung, ob Claude auf genau dieser Website arbeiten darf. Danach kannst du (theoretisch, aber wir haben ja alle genug zu tun) zuschauen, wie die Aufgabe abgearbeitet wird, und bei allem, was endgültig wäre – veröffentlichen oder löschen –, fragt Claude vorher nach.
Meine Regel für den Anfang: Claude legt Entwürfe an, und veröffentlicht wird erst, wenn ich drübergeschaut habe.
Was schiefgehen kann
Bevor das hier zu sehr nach Werbeprospekt klingt, gehören drei Einschränkungen dazu:
Die Erweiterung gibt es bisher lediglich für Chrome am Computer; am Handy oder in anderen Browsern funktioniert das Setup (noch) nicht.
Claude arbeitet zuverlässig, aber eben nicht fehlerfrei – genau deshalb bleibt es bei der Entwurf-Regel: erst lesen, dann veröffentlichen.
Und für einen großen Umbau wie ein neues Theme oder Design braucht es einige Sicherungsmaßnahmen, damit du am Ende nicht enttäuscht wirst.
Alles was es braucht, wenn du es nachmachen willst
- Bezahlter Claude-Plan (ab Pro)
- Google Chrome und Claude-Erweiterung installiert
- Erweiterung in der Desktop-App unter Connectors aktiviert
- In WordPress eingeloggt, Tab offen gelassen
- Backup gemacht
- Erste Mini-Aufgabe: z. B. ein Entwurf für einen Blogbeitrag
- Entwurf statt Veröffentlichen
Häufige Fragen: Website anpassen mit KI
Braucht Claude mein WordPress-Passwort?
Nein. Du meldest dich selbst in WordPress an, und Claude arbeitet in deiner laufenden Browser-Sitzung – dein Passwort bleibt die ganze Zeit bei dir.
Funktioniert das auch mit Wix, Jimdo oder Squarespace?
Ja, das Prinzip ist überall gleich: Sobald du in deinem System im Browser angemeldet bist, kann Claude dort nach deiner Freigabe arbeiten. Diese Anleitung zeigt es am Beispiel WordPress, weil meine Website darauf läuft.
Kann Claude meine Website kaputt machen?
Bei allem, was endgültig wäre, fragt Claude vorher nach, und du siehst jeden Schritt live mit. Mit der Entwurf-Regel und einem Backup vorab bist du auf der sicheren Seite.
Was kostet es, die Website mit Claude anzupassen?
Du brauchst einen bezahlten Claude-Plan (ab Pro) – die Chrome-Erweiterung selbst kostet nichts extra.
Meine Erfahrung
Website-Themen bleiben selten deshalb liegen, weil unklar wäre, was sich ändern müsste. Sie bleiben liegen, weil der Weg dorthin aus so vielen kleinen und auch oft unübersichtlichen Schritten besteht: einloggen, die richtige Seite finden, im Backend klar kommen, den richtigen Block erwischen, nichts kaputt machen, prüfen, veröffentlichen.
Genau diese Schwere gebe ich jetzt gerne ab: Wenn ich meine Website anpassen will, beschreibe ich nur noch das Ziel. Was sich ändert, wie es klingt und wann es live geht, entscheide weiterhin ich – das Nachbauen oder auch Erstellen übernimmt Claude.
Manchmal fühlt sich das tatsächlich ein bisschen spooky an, meistens aber schlicht nach erledigt – und das ist mir inzwischen die liebste Variante.
Und jetzt du:
Verrat mir gern in den Kommentaren, welche Website-Baustelle du am längsten vor dir herschiebst. Ich lese wirklich mit und freue mich auf den Austausch.

