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Wer hat Angst vorm weißen Blatt? 10 Tipps gegen Blankophobie

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Kennst du diese Ehrfurcht vor der leeren Seite, vor diesem blanken, weißen, wundervollen Blatt Papier? Unberührt, ja, fast erwartungsvoll liegt es vor dir und du fühlst dich einfach nur gehemmt? Hach, ja, das kenne ich auch. Die gute Nachricht ist: Es gibt einige Tipps und Tricks, wie du diese Blockade lösen kannst. Juhu!

Blankophobie – Der Druck der Leere

Da sitzt du also, hast endlich Zeit für dich und möchtest kreativ sein, malen. Vor dir liegt diese weiße Seite. Die dich so verheißungsvoll anstrahlt. Schlagartig baut sich ein innerer Druck auf. Du möchtest dieses weiße Blatt zu etwas Besonderen machen. Vielleicht ist diese weiße Seite die erste Seite in deinem ganz neuen Skizzenbuch oder auf deinem neuen Block. Du verfällst in eine Starre.

Mein Gedanke ist dann:

Jetzt bloß nicht versauen!

Warum fällt es uns manchmal so schwer, etwas „aus dem Nichts heraus“ zu erschaffen? Ich habe also scheinbar Angst und diese hinterlässt ein komisch irrationales Gefühl, welches dazu führt, dass ich wie paralysiert vor der weißen Seite sitze. Die reinste Blankophobie! Ich glaube nicht, dass es den Begriff tatsächlich gibt, aber er drückt aus, was ich fühle. Und zugleich zeigt die Wortschöpfung einen Ausweg auf, denn, wenn es doch eine irrationale Angst ist, dann kann ich sie auch besiegen. Jippie!

Was vorgegebener Inhalt ausmacht


In der Schule war für mich ein neues Heft, ein unberührter Block stets ein Fest. Mit viel Liebe zum Detail füllte ich die ersten Seiten. Ich habe mich damals zum Beispiel einige Zeit lang darauf trainiert, in Großbuchstaben zu schreiben. Meine Handschrift nach meinem Ästhetikempfinden optimiert. Das fanden meine Lehrer natürlich nicht ganz so gut, aber außerhalb von Klassenarbeiten konnten sie wenig dagegen tun.

Ich habe also sehr viel mit meiner Schrift experimentiert. Manchmal wurde ich dadurch seeeehr langsam beim Schreiben. So hatte ich zum Beispiel eine Zeit, in der ich oberhalb meines Lineals geschrieben habe, um den Buchstaben einen eckigen Boden zu verleihen. Gerade muss ich etwas grinsen und den Kopf schütteln. Auf was für Ideen man kommt. Es wäre vermutlich sinnvoller gewesen, dem Inhalt zu folgen, statt der Gestaltung so exzessiv nachzugehen.

Ziel war es jedes Mal, ein ganz besonderes Heft zu gestalten. Ich habe mit farbigen Finelinern Akzente gesetzt, unterschiedlichen Formen wie Herzen, Linien und Sterne integriert. Dabei hatte ich stets Vorfreude und nie Angst vor dem weißen Papier

Also, warum habe ich jetzt diese Scheu, das Papier mit Inhalt zu füllen? 


Ich glaube, die Antwort ist eigentlich einfach: In der Schule sollten die Tafelinhalte aufs Blatt gebracht werden. Die Angst vor der leeren Seite konnte also gar nicht aufkommen, insofern die Inhalte ja durch die Lehrkraft vorgegeben wurden. So hatte ich zwar das Bedürfnis eine wundervolle Seite zu gestalten, aber hatte nicht den Druck auch noch den perfekten Inhalt liefern zu müssen.

Blankophobie – Nicht mit mir

Die leeren Seiten, sie stehen ja letztlich für einen Neuanfang. Im Kleinen wie im Großen, die erste eigene Wohnung ist eine ebenso blanke Seite, wie die Präsentation, die den Kunden überzeugen soll, oder die Einladungskarten zum 1. Kindergeburtstag. Mitunter mag ich diesen Druck sogar gern, denn er beflügelt mich oft, lässt mich über meine Comfort-Zone hinaus wachsen.

Hier siehst du eine Skizze, die ich erst einmal auf einem einfachen weißen Papier angefertigt habe. Dort kann ich radieren und probieren, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

10 Tipps und Tricks gegen Blankophobie

  1. Inhalt vorgeben (lassen): Wenn du wieder einmal vor der weißen Seite sitzt und dich scheust sie zu gestalten, lade ich dich ein, an meiner CreARTivity – Watercolor together teilzunehmen. Diese findet jeden zweiten Sonntag im Monat statt und ich suche immer ein Motiv aus, welches wir gemeinsam Schritt für Schritt malen. Du musst dir also keine Gedanken um deine Motivwahl machen und malst in toller Gesellschaft. Habe ich bereits erwähnt, dass der Live Stream gratis ist? Also, schnell anmelden!

  2. Erstelle einen groben Plan: Wenn du Angst vor der weißen Seite hast, kann die Vorstellung, direkt mit der Arbeit loszulegen, ziemlich einschüchternd sein. Beginne stattdessen damit, einen groben Plan zu erstellen oder eine Skizze zu machen, was du auf die Seite bringen möchtest. Das kannst du ja auch erst einmal auf einem Schmierpapier tun. Vergiss dabei nicht, dass dein Plan nicht perfekt sein muss – es reicht, wenn er dir dabei hilft, deine Gedanken zu strukturieren und deine Ideen zu ordnen. Selbst ein kleiner Plan kann helfen, deine Anfangshemmungen zu überwinden.

  3. Nutze einfache Techniken, um den Anfang zu erleichtern: Manchmal sind es die simplen Dinge, die den Unterschied machen können. Wenn du zum Beispiel über das Schreiben oder Zeichnen auf einer leeren Seite nachdenkst, kann die Vorstellung, Fehler zu machen, ziemlich beängstigend sein. Eine einfache Technik, um dem entgegenzuwirken, ist, die Seite mit einem zarten, hellen Farbton zu grundieren oder punktierte Linien als Anfangshilfe zu zeichnen. Du kannst auch mit einfachen Formen und Linien beginnen und allmählich mehr Details hinzufügen, wenn du in Fahrt kommst.

  4. Schaffe eine inspirierende Atmosphäre: Eine inspirierende Umgebung kann einen enormen Unterschied machen, wenn du dich mit deiner Kreativität auseinandersetzt. Schaffe eine Umgebung, die dich motiviert und inspiriert – vom Anzünden einer Duftkerze bis hin zum Abspielen passender Musik. Wenn du Malen möchtest und es dein Platz daheim zulässt, schaffe dir eine gemütliche Ecke (dann musst du auch nicht immer alles hin und wieder wegräumen) und sorge für gutes Licht. Eine inspirierende Atmosphäre kann dir dabei helfen, deine Angst vor der weißen Seite zu überwinden und dich dabei unterstützen ins Tun zu kommen.

  5. Übe regelmäßig: Wie bei den meisten Dingen im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister. Je öfter du dich kreativ betätigst, desto einfacher wird es dir fallen, deine Ängste und Hemmungen zu überwinden. Nimm dir Zeit, um regelmäßig an deiner eigenen Kreativität zu arbeiten. Und, fordere dich selbst heraus, neue Techniken und Stile auszuprobieren. Raus aus der Komfortzone. Wiederhole deine Motive. Du wirst erstaunt sein, wie deine Entwicklung ist, wenn du eines deiner Bilder ein halbes Jahr später noch einmal malst. Ehrlich!

  6. Finde für dich passende Inspirationsquellen: Es gibt wirklich viele Möglichkeiten, um eine kreative Blockade zu durchbrechen. Meist braucht es dafür nur einen neuen Blick. Oder Blickwinkel. Geh doch mal eine Runde in der Natur spazieren, lies ein gutes Buch aus einem Bereich, der dich vielleicht erst mal nicht so interessiert oder höre mal so ganz andere Musik. Was mir auch immer hilft: Ich schaue mir die Werke meiner Lieblingskünstler an. Das gibt mir neue Ideen und letztlich auch die Motivation, meine eigene kreative Arbeit zu starten.

  7. Setze dir kleine Ziele: Überfordert fühlt man sich ja oft dadurch, dass die Ansprüche an einen selbst und an das Ergebnis einfach zu hoch sind. Deshalb: setze dir kleine Ziele in deiner kreativen Arbeit. Beginne doch erst mal damit, eine vereinfachte Skizze zu zeichnen. Probiere dich nicht gleich an einem komplexen Motiv. Indem du kleine, aber dafür viele, Schritte machst, überforderst du dich nicht und behältst deine Motivation.

  8. Vermeide Ablenkungen: Es ist so leicht und verlockend, sich von der eigentlichen kreativen Arbeit ablenken zu lassen. „Ich suche ja nur nach einem Motiv.“ – Ja, und dann, ist deine Zeitinsel verdaddelt, da du einfach nur durch den Instagram Stream gescrollt bist. Ja, ich weiß, wovon ich rede. Ärgert mich echt arg. Und passiert mir dennoch. Mein Tipp (an dich und mich): versuche, für eine gewisse Zeit alle Ablenkungen auszuschalten (das Smartphone einfach in der Küche liegen lassen) und dich voll und ganz auf deine kreative Tätigkeit zu konzentrieren. So schaffst du es, die weiße Seite zu füllen.

  9. Sei nicht zu selbstkritisch: Selbstkritik ist zwar wichtig, um deine Fähigkeiten zu verbessern. Doch zu viel davon blockiert dich vermutlich. Du fängst dann an, an deiner Kreativität und, noch schlimmer, dir selbst zu zweifeln. Mach das nicht. Akzeptiere vielmehr, dass es nicht um Perfektion geht. Ja, ich würde sogar so weit gehen und sagen: es geht noch nicht mal um das Ergebnis. Du kennst doch den ollen Spruch „Der Weg ist das Ziel“ und genau das ist er. Mit dem Gedanken im Hinterkopf kannst du deine Kreativität voll ausleben.

  10. Hab Geduld: Kreativität braucht Zeit. Lass dir deshalb nicht den Spaß am Malen durch Ungeduld oder Frustration nehmen. Hast du mal einen schlechten Tag, dann ist das wirklich kein Drama. Mach einfach was anderes, sei lieb zu dir und mach am nächsten Tag weiter. Sei gnädig mit dir selbst und deiner Arbeit. 

Ran an die Pinsel!

Die Angst vor der weißen Seite muss dich nicht davon abhalten, deine Kreativität voll auszuleben. Indem du kleine Ziele setzt, dir Inspiration suchst, Ablenkungen vermeidest, nicht zu selbstkritisch bist und Geduld hast, kannst du deine kreative Blockade durchbrechen. Lass dich nicht entmutigen, wenn du mal nicht weiterkommst, sondern stehe auf und starte neu durch. Denn am Ende wird sich deine harte Arbeit und dein Durchhaltevermögen auf jeden Fall auszahlen. Viel Spaß beim Weißraum füllen!

Noch mehr zum Thema?

Falls du noch weitere Tipps und Herangehensweisen wissen magst, dann schau doch einmal bei Marita vorbei. Auch sie setzt sich mit der Angst vor dem weißen Blatt und deren Überwindung auseinander. Hier geht’s zu ihrem Beitrag: „Anfangen: Wie du die Angst vor dem leeren Blatt überwindest„.


Wie war das? Prima? Dann lies doch weiter!

Mehr Artikel zu persönlichen Themen, How-Tos, Inspirationen und Kreativität erwarten dich. Ist auch eine Form der me-time, also nimm dir deine Zeit. 💜


4 Responses

  1. Wie schön bei Judith auf deinen Blog gestoßen zu sein. Diese Schrift mit dem Lineal habe ich auch gemacht. 😆😆 Wenn mich eine Hemmung vor einem leeren Blatt überkommt, sprenkel ich etwas Farbe aufs Blatt. Oder klebe etwas aufs Papiere.
    Zusammen mit deinen Tipps bin ich nun sicher immer kreativ.
    Ich grüße dich.

    1. Liebe Cynthia,
      ja, es freut mich, dass Judiths Initiative dich zu mir geführt hat! Hihi, wie toll, dass auch du die Lineal-Schrift verwendet hast. Vielleicht mache ich mal damit ein Lettering, einfach der Erinnerung wegen. 😄 Ich finde deine Tipps großartig! Danke für diese Ergänzung! Und sie sind so naheliegend: wenn bereits etwas auf dem Blatt ist, ist es nicht mehr leer und furchteinflößend. Das werde ich auf jeden Fall im Kopf behalten. 💜

  2. Danke für Deinen Kommetar auf meinem Blog!

    Mir ging es übrigens gleich wie Dir, in der Schule war ein neues Heft auch wie ein Fest. Die Kreativität endete allerdings an der Stelle, wo ich während des Unterrichts reinschrieb 😉

    Danke für Deine wunderbaren Tipps. Tatsächlich habe ich über Zeichnen & Co. viel darüber gelernt. Auch meinen perfektionistischen Anspruch zu überwinden und Fehler zu machen. Oft werden ja aus „Fehlern“ die schönsten Werke.

    Liebe Grüße, Marita

    1. Liebe Marita, danke für deine Antwort auf meinen Kommentar 😊 Stimmt, aus den Fehlern entstehen oft richtig tolle Werke. Manchmal aber auch nicht 😅 Und, ich finde, mittlerweile, dann darf auch etwas mal im Papierkorb landen. Denn, das stimmt in jeden Fall: ich nehme immer etwas mit und bin für das nächste mal um eine Erfahrung reicher. 💜

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