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Instagram vs. Realität: Die Illusion der Perfektion


Oh du perfektes Instagram

Stell dir vor, du scrollst durch Instagram. Was siehst du? Ein Kaleidoskop aus perfekt inszenierten Momenten. Strahlende Gesichter, umwerfende Landschaften, makellose Outfits. Instagram ist die Bühne des digitalen Zeitalters, auf der wir alle zu Schauspielern in unserem eigenen Stück werden. Doch was verbirgt sich hinter dem Vorhang dieser perfekten Welt?

Hast du heute schon deinen Daumen bewegt? Ihn in einer smoothen Auf- und Abbewegung über dein Display geschickt? Durfte er nahezu unaufhörlich über das Display flitzen, während du durch einen endlosen Strom von nicen Bildern auf Social Media scrollst? Also ich: ja. Und, ehrlich? Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich das heute auch noch das ein oder andere Mal mehr machen werde.

Diese Welt voller Ästhetik: interessanter Gesichter, dort-will-ich-auch-hin-Landschaften und Momenten, die so kunstvoll inszeniert sind, als wären sie der Pinselstrich eines Meistermalers, ist schnell ziemlich vereinnahmend. Instagram hat sich zu einer Bühne entwickelt, auf der das Leben in seinen leuchtendsten Farben zu pulsieren scheint, oft genug unberührt von den Herausforderungen und Unordnungen des Alltags. Doch was erwartet uns, wenn wir hinter diese scheinbar perfekte Fassade blicken?

Die Wahrheit hinter dem Filter

Instagram ist mehr als eine Plattform; es ist ein Spiegel, der uns zeigt, was wir sein könnten, und gleichzeitig ein Schleier, der verbirgt, wer wir wirklich sind. Jeder Post, jedes Bild, das wir teilen, ist ein sorgfältig kuratiertes Fragment unserer Realität. Doch diese scheinbare Perfektion ist oft das Produkt unzähliger Stunden, die in Planung, Styling und Bearbeitung fließen. Was wir nicht sehen, sind die Missgeschicke, die zweifelnden Momente, die Fehlschläge, die jedem Erfolg vorausgehen.

Instagram, seit seiner Gründung im Jahr 2010 (ja-a, sooo lange gibt es die Plattform schon), bietet mehr als nur eine Plattform für das Teilen von Fotos und Videos. Es ist zu einem vielschichtigen sozialen Netzwerk herangewachsen, das über eine Milliarde Nutzer vereint und ihnen eine breite Palette an Möglichkeiten bietet, sich auszudrücken und zu interagieren. Die einfache Bearbeitung und das Teilen von Momentaufnahmen bis hin zu professionellem Marketing – Instagram hat sich in vielerlei Hinsicht als einflussreich und wegweisend erwiesen.

Die Plattform, die für ihre foto- und videofokussierten Inhalte bekannt ist, nährt zugleich eine Kultur der Perfektion. Jedes Bild, jedes Video scheint ein Zeugnis makelloser Ästhetik zu sein, ein Idealbild, das in der realen Welt nur selten seine Entsprechung findet. Diese Darstellung, so verführerisch sie auch sein mag, wirft Fragen auf: Was geschieht hinter den Kulissen? Warum neigen wir dazu, auf Instagram vornehmlich das Schöne und Perfekte zu teilen?

Die Antwort liegt teilweise in der Natur der Plattform selbst. Instagram, mit seinen Filtern und Bearbeitungswerkzeugen, macht es leicht, die (unsere) Realität zu verschönern und uns von unserer besten Seite zu zeigen. Es ist ein Raum, in dem wir die Kontrolle haben – über das, was wir zeigen, und wie wir es zeigen. Doch diese Kontrolle hat auch eine Kehrseite: den Druck, ständig perfekt zu erscheinen, die Angst vor Kritik und den stetigen Vergleich mit den idealisierten Darstellungen anderer.

Diese Dynamik führt zu einer Verzerrung unserer Wahrnehmung von Realität und Erfolg. Sie übersieht die Tatsache, dass hinter jedem „perfekten“ Bild unzählige Versuche stehen, dass Misserfolge und Fehler ein natürlicher und unverzichtbarer Teil des kreativen Prozesses sind. Diese Aspekte des Schaffens bleiben oft verborgen, unsichtbar für das Auge des Betrachters, doch sie sind es, die wahre Kreativität und Wachstum fördern.

In der Welt von Instagram, wo die Sonne irgendwie immer scheint und die Motive stets makellos erscheinen, ist es wichtig, sich an die Realität zu erinnern. Jedes Bild, jede Darstellung durchläuft einen Prozess – einen Prozess, der nicht immer glatt verläuft, der Rückschläge und Wiederholungen kennt. Das Teilen dieser weniger perfekten Momente, das Offenlegen der Misserfolge und Herausforderungen, ist nicht nur ein Akt der Ehrlichkeit, sondern auch eine Quelle der Inspiration und des Lernens für andere. Und das ganz besonders auch im Bereich der Kunst, sei es beim Umbau eines alten Hause zu dem Lovehouse, dem Stricken des mega tollen Pullovers, beim Backen des ultimativen Sauerteigbrotes oder beim Gestalten mit Pinsel und Stift.

Durch das Teilen der Realität hinter den Kulissen – der Arbeit, der Anstrengung und der gelegentlichen Enttäuschung – können wir eine tiefere Verbindung schaffen, die über das Visuelle hinausgeht. Es ermöglicht uns, Geschichten von Resilienz, Durchhaltevermögen und echtem menschlichem Erfolg zu teilen, die weit über die Oberflächlichkeit eines perfekt inszenierten Bildes hinausgehen. Instagram bietet uns die Chance, nicht nur die Sonnenseiten des Lebens zu zeigen, sondern auch die Schatten – denn beides zusammen macht das Ganze aus, die vollständige Geschichte unserer kreativen und persönlichen Reisen.

Die Kluft zwischen Schein und Sein

Warum zeigen wir auf Instagram nur die glänzenden Ausschnitte unseres Lebens? Der Druck, stets perfekt zu erscheinen, ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Erwartungen. Wir streben nach Likes, nach Anerkennung, nach Bewunderung. Doch diese Jagd nach digitaler Validierung lässt uns oft vergessen, dass Authentizität und Vulnerabilität es sind, die wahre Verbindungen schaffen.

Unsere Feeds sind übersät mit Bildern, die ästhetisch so ansprechend sind, dass sie fast schon surreal wirken. Ob es um die neuesten Modetrends, exotische Reiseziele, kunstvolle Darstellungen oder den täglichen Lifestyle geht – alles scheint bis ins kleinste Detail perfekt inszeniert. Doch ist es wirklich so mühelos, wie es erscheint?

Die Realität ist, dass diese Bilder das Ergebnis von sorgfältiger Auswahl, Bearbeitung und Kuratierung sind. Hinter jedem „mühelosen“ Post stecken mitunter Stunden der Planung, des Experimentierens mit verschiedenen Einstellungen und Perspektiven und nicht selten eine gewaltige Portion Frustration. Für jedes Bild, das wir bewundern, gibt es zahlreiche andere, die es nie an die Öffentlichkeit schaffen. Diese nicht geteilten Momente – voller Zweifel, Misserfolge und der ständigen Suche nach dem perfekten Shot – sind ein integraler Bestandteil des kreativen Prozesses, der jedoch selten ans Licht kommt. Und, hey, dabei ist der genauso verlaufende Schaffensprozess des Motives, also in meinem Fall eines Watercolor-Bildes, noch gar nicht berücksichtigt.

Das Wunderbare ist, diese verborgene Realität hin vom ersten Gedanken an ein Motiv bis zur adäquaten Darstellung dessen auf Instagram ist nicht nur eine Quelle von Frustration, sondern auch von Wachstum und Lernen. Der Kampf um Perfektion, so zermürbend er mitunter auch sein mag, treibt uns doch letztlich dazu an, unsere Fähigkeiten zu verbessern, neue Techniken zu erlernen und unsere kreative Vision zu schärfen. Die Misserfolge, die jedem kreativen Schaffen innewohnen, sind nicht Zeichen von Schwäche, sondern von Engagement und Leidenschaft für das, was wir tun.

Das Teilen dieser nicht so perfekten Momente stellt eine wertvolle Ergänzung zu unserem Instagram-Feed dar. Es zeichnet nicht nur ein realistischeres Bild unseres Lebens, sondern kann und soll auch anderen Mut machen, ihre eigenen Herausforderungen anzunehmen und sich nicht von gelegentlichen Rückschlägen entmutigen zu lassen. Indem wir die ganze Geschichte erzählen – einschließlich der Misserfolge und der Arbeit, die in das Erstellen eines jeden Posts fließt –, könnten wir eine authentischere, tiefere Verbindung zu unserem Publikum aufbauen.

Die unerzählten Geschichten des Scheiterns

Jedes Bild, das wir bewundern, jede Landschaft, die uns in den Bann zieht, hat eine Geschichte, die weit über das hinausgeht, was das Auge sieht. Hinter jedem „perfekten“ Post steckt eine Reihe von Versuchen und Irrtümern, Selbstzweifeln und Rückschlägen. Doch gerade diese unerzählten Geschichten sind es, die uns menschlich machen, die uns verbinden. Warum also teilen wir sie nicht?

Jetzt habe ich mich gefragt, warum es eigentlich so ist, dass es mir schwer fällt, “unperfekte” Inhalte auf Instagram und Co. zu teilen. Ich denke, eines der gewichtigsten Themen ist, dass in unserer Gesellschaft Perfektion nicht nur bewundert, sondern fast erwartet wird. Und genau deshalb findet diese Sehnsucht nach dem Makellosen ihren Widerhall auf Plattformen wie Instagram. Ich mein, mal ehrlich, wir alle streben doch, auf die ein oder andere Weise, danach, inspirierend zu wirken, Bewunderung zu erlangen und – seit Social Media – unsere Erfolge in Form von Likes und Followern messbar zu machen. Und, genau da liegt der Hund begraben, denn genau das motiviert uns, selektiv zu sein, die besten Momente unseres Lebens herauszupicken und die weniger glamourösen, die Arbeit und Anstrengung, die Misserfolge und Rückschritte, hinter einer scheinbar untadeligen Fassade zu verbergen.

Hinzu kommt, und auch das ist eigentlich ja nichts Unbekanntes, diese Kultur der Perfektion wird zusätzlich durch die Mechanismen von Instagram selbst verstärkt, wo Likes und Follower als Maßstäbe gelten, um zum Beispiel eine bessere Sichtbarkeit zu erlangen. Dieser digitale Applaus beeinflusst unsere Entscheidungen maßgeblich, leitet uns in der Auswahl der Inhalte, die wir teilen, und prägt unsere Wahrnehmung von Anerkennung und Erfolg. Und, wenn ich nun von mir ausgehe, dann eben auch zum finanziellen Erfolg, denn je mehr Menschen meine Arbeit sehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich ihnen meine Kurse vorstellen kann. Der Druck, stets zu beeindrucken und zu inspirieren, wird so zum ständigen (nervigen) Begleiter. Und ja, so auch oft auf Kosten der Authentizität und des persönlichen Ausdrucks.

Hinzu kommt die Angst vor Kritik, die wie ein Schatten über dem kreativen Schaffensprozess liegt. Sie hält uns davon ab, die volle Bandbreite unserer Erfahrungen zu teilen, insbesondere jene, die uns in einem weniger schmeichelhaften Licht zeigen könnten. Die Befürchtung, negative Kommentare zu erhalten führt dazu, dass wir uns selbst zensieren. Wir entscheiden uns dafür, nur das Positivste zu präsentieren, mich leitet so oft die Frage: Ist das wirklich gut genug, um andere Menschen von meinem Können und somit auch von ihrem Können – denn ich möchte es ihnen ja beibringen – zu überzeugen?

In dieser Umgebung der ständigen Selbstinszenierung und des Strebens nach digitaler Anerkennung verlieren wir leicht den Blick für das Wesentliche: dass wahre Kreativität in der Vielfalt ihrer Ausdrucksformen liegt, einschließlich der unperfekten, experimentellen und fehlerhaften Versuche. Indem wir nur das „Schöne“ zeigen, entziehen wir uns und anderen die Möglichkeit, aus den realen, oft chaotischen und unordentlichen Prozessen des Schaffens zu lernen und zu wachsen. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zu finden zwischen dem Wunsch nach Anerkennung und der Mutigkeit, die ungeschönten Realitäten unseres kreativen Daseins zu teilen.

Die verborgenen Juwelen der Kreativität

Fehler sind nicht das Ende des Weges; sie sind eher so was wie Wegweiser, die uns in neue Richtungen lenken. Jeder Fehltritt, jede misslungene Idee birgt die Chance auf Wachstum und Innovation. Wenn wir lernen, unsere Fehler nicht als Niederlagen, sondern als Teil unseres kreativen Prozesses zu sehen, öffnen wir uns für eine Welt voller Möglichkeiten.

In der Auseinandersetzung mit kreativem Schaffen und dem stetigen Streben nach Perfektion sollten wir, finde ich, eine fundamentale Wahrheit nicht aus den Augen verlieren: Jeder Fehlschlag ist ein Schritt zum Erfolg. Weit entfernt davon, bloße Niederlagen zu sein, stellen Fehler tatsächlich unverzichtbare Lektionen dar, die uns auf unserem Weg voranbringen. Sie sind nicht nur unvermeidlich, sondern auch essentiell für das Wachstum und die Entwicklung unserer kreativen Fähigkeiten.

Weißt du, wer mich daran tatsächlich jeden Tag aufs Neue erinnert? Meine Kinder! Klar, mitunter ist die Fehlertoleranz auch sehr gering und die Bemühung um etwas endet in einem Wutanfall. Puh, und was für Wut. Dennoch ist das nicht das Ende! Es kommt, wenn ich ihnen den Freiraum lasse, kaum vor, dass sie es nicht noch mal versuchen. Und noch mal. Bis es klappt. Und, mal im Ernst, würden wir Menschen uns nicht durchbeißen, würden wir wohl kaum auf zwei Beinen laufen. Dann wären wir alle noch Krabbler.

Die Erkenntnis also, dass Misserfolge integraler Bestandteil des Schaffensprozesses und von persönlichem Wachstum sind, ist doch wirklich befreiend, oder? Sie lädt uns gerade dazu ein, unsere Fehltritte nicht zu verbergen, sondern sie offen als das anzunehmen, was sie sind: wertvolle Schritte auf dem Weg zur Verfeinerung unserer Kunst, unseres Seins. Diese Perspektive ermutigt mich persönlich, Risiken einzugehen, neue Ideen auszuprobieren und aus den unvermeidlichen Rückschlägen zu lernen. Fast (ich will jetzt mal nicht glorifizieren…) jeder Fehlschlag birgt die Chance, zu reflektieren, anzupassen und letztendlich unsere Arbeit zu verbessern.

Die Anerkennung der Bedeutung von Fehlern transformiert die Art und Weise, wie wir den kreativen Prozess betrachten. Statt einem linearen Weg zum Erfolg, offenbart sich eine Reise voller Umwege, Lernmomente und Gelegenheiten zum Wachstum. Diese Reise ist geprägt von der ständigen Entwicklung und Verfeinerung unseres Handwerks, angeleitet durch die Lektionen, die wir aus jedem Misserfolg ziehen. Und, weg von Langeweile! Wenn du was erleben willst, dann latscht du doch nicht die geteerte Straße entlang, sondern nimmst den kleinen, geheimnisvoll aussehenden Trampelpfad, der abzweigt!

Und dann, wenn wir so richtig mutig sind, dann sprechen wir darüber. Denn erst indem wir unsere Fehlschläge teilen, fördern wir eine Kultur der Offenheit und des gemeinsamen Lernens. Wir ermutigen andere dazu, ihre eigenen Rückschläge als notwendige Schritte auf ihrem kreativen Weg zu sehen. Dieser Austausch von Erfahrungen bereichert nicht nur den Einzelnen, sondern stärkt auch die Gemeinschaft als Ganzes. Es entsteht ein Umfeld, in dem Kreativität nicht durch die Angst vor Fehlern eingeschränkt wird, sondern durch das Bewusstsein gefördert wird, dass jeder Misserfolg uns dem Erfolg einen Schritt näher bringt.

Die Umarmung von Fehlern als Lektionen ist somit ein zentrales Element für die Entfaltung kreativer Potenziale. Sie ermöglicht es uns, jenseits der Furcht vor Kritik und dem Streben nach Perfektion, authentische und bedeutungsvolle Werke zu schaffen. Durch das Akzeptieren und Teilen unserer Misserfolge leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Entmystifizierung des kreativen Prozesses und ermutigen andere, sich ohne Vorbehalt auf ihre eigene kreative Reise zu begeben. Und, vielleicht am Wichtigsten: Es nimmt dir und mir und allen anderen den Druck.

Der wahre Wert des Scheiterns

Die Forschung zeigt uns, dass Fehler essentiell für das Lernen und die persönliche Entwicklung sind. Sie zwingen uns, unsere Denkweisen anzupassen oder zu überdenken, fördern Resilienz und Kreativität. Ein Fehler ist ein Moment der Reflexion, ein Anstoß zur Verbesserung. In der Kunst wie im Leben ist jeder Misserfolg ein Schritt auf dem Weg zum Erfolg.

Misserfolge brechen oftmals die Routine unseres Denkens auf und zwingen uns dazu, neue Perspektiven einzunehmen und unkonventionelle Wege zu beschreiten. Diese Herausforderungen aktivieren unsere Problemlösungskompetenzen und fördern eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema, was letztlich zu innovativeren und kreativeren Lösungen führen kann. Es ist die Erfahrung des Scheiterns, die uns lehrt, flexibler zu denken und die Vielfältigkeit möglicher Lösungsansätze zu erkennen.

Warum jeder Fehlschlag ein Schritt zum Erfolg ist und sie nicht nur unvermeidlich, sondern auch wertvolle Startpunkte des Lernens und der persönlichen Entwicklung sind? Psychologische Forschung und Erkenntnisse verdeutlichen, dass Fehler im kreativen Prozess nicht nur akzeptiert, sondern sogar begrüßt werden sollten:

  • Kognitive Verarbeitung und Lernen: Wenn wir einen Fehler machen, sind wir gezwungen, unsere Denkweisen zu überdenken und alternative Lösungsansätze zu finden. Dieser kognitive Prozess führt zu einer tieferen Verarbeitung der Informationen und verstärkt das Lernen. Anders ausgedrückt: Fehler zwingen uns dazu, unser Denken zu flexibilisieren und neue Wege zu erkunden. Oder ganz praktisch: Wenn ich dir zeigen möchte, wie du ein bestimmtes Motiv malen kannst, dann werde ich das im Vorfeld so oft selbst erstellen, bis ich es so gut kann, dass ich das Gefühl habe, es auch dir mit einem Erfolgserlebnis beibringen zu können.

  • Resilienz und Wachstum: Menschen, die aus Fehlern lernen, entwickeln eine höhere Resilienz. Sie sind besser in der Lage, mit Rückschlägen umzugehen und sich von Misserfolgen nicht entmutigen zu lassen. Diese Fähigkeit zur Resilienz ist ein Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Oder ganz praktisch: Ich weiß, ich habe andere Motive nach vielen Versuchen auch hinbekommen, dann werde ich auch dieses Motiv (irgendwann) schaffen.

  • Kreativität und Innovation: Fehler eröffnen neue Perspektiven und Ideen. Wenn wir es uns erlauben, aus unseren Fehlern zu lernen, können wir innovative Lösungen finden und kreativer denken. In der Kunst, Wissenschaft und Technologie sind viele Durchbrüche auf Fehler und unkonventionelle Ansätze zurückzuführen. Oder ganz praktisch: Ich habe schon das ein oder andere Mal eine ganz neue Möglichkeit entdeckt, wie ich meine Materialien nutzen oder einsetzen kann, um ein cooles Ergebnis zu erreichen. Oft auch ein überraschendes.

  • Selbstreflexion und Selbstverbesserung: Fehler bieten die Gelegenheit zur Selbstreflexion. Warum ist etwas schiefgegangen? Was können wir anders machen? Diese Fragen führen zu persönlichem Wachstum und zur Verbesserung unserer Fähigkeiten. Oder ganz praktisch: Diese Frage stelle ich mir mit jedem Feedback, das ich von dir erhalte, nach jedem Kurs und nach jedem Motiv, das ich erstellt habe. Und erhoffe mir natürlich eine stetige Steigerung meiner Fähigkeiten und Inhalte.

Insgesamt sind Fehler also keine Hindernisse, sondern Meilensteine auf dem Weg zum Erfolg. Sie sind ein natürlicher Teil des menschlichen Lernens und sollten als solche geschätzt werden. Eine positive Fehlerkultur ermöglicht es uns, aus Fehlern zu lernen, uns weiterzuentwickeln und letztendlich erfolgreicher zu werden. Thomas Edison ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man aus Misserfolgen lernt. Stell dir vor, er hat tausende Male probiert, die Glühbirne zu erfinden. Von der wir wissen, dass wir sie nicht mehr missen möchten! Und nie hat er bei seinem stetigen Scheitern aufgegeben. Seine Worte hast du sicherlich schon einmal gelesen „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren”. Diese Einstellung, Misserfolge als Teil des Erfolgs zu sehen, bringt mich dann oft über die Hilflosigkeit meines misslungenen Motivs.

Unabhängig von Edison, zeigt auch die jüngere Forschung, dass Kreativität aus einer Kombination von divergentem und konvergentem Denken und damit letztlich dem “immer wieder versuchen” entsteht. Divergentes Denken wird im Test häufig durch Aufgaben wie die „Alternative Uses Task“ untersucht, bei der Testpersonen neue Verwendungen für Alltagsgegenstände finden sollen. Fehler sind oft der Ausgangspunkt für kreative Lösungen. Wenn wir uns erlauben, von der Norm abzuweichen und unkonventionelle Wege zu gehen, können wir innovative Ideen entwickeln. Divergentes Denken – das Erzeugen vieler verschiedener Ideen – wird durch Fehler und Experimente gefördert.

Konvergentes Denken wird mit dem „Remote Associates Test“ geprüft, der verlangt, ein einziges verbindendes Wort zwischen drei scheinbar unzusammenhängenden Worten zu finden, das alle anderen miteinander verbindet. Oft können diese Wörter auf verschiedene Weise miteinander verbunden werden, z. B. durch die Bildung eines zusammengesetzten Wortes oder einer semantischen Assoziation. Um die richtige Antwort zu finden, ist „kreatives Denken“ gefragt, denn die erste und naheliegendste Lösung ist oft falsch. Erst wenn weiter entfernte Zusammenhänge abgerufen werden, kann der Teilnehmer die drei Wörter miteinander in Verbindung bringen.

Beide Denkarten sind für kreative Prozesse wichtig, ebenso wie persönliche Eigenschaften wie Intelligenz, Motivation, Ambiguitätstoleranz und die Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen​​.

Darüber hinaus hat die Forschung gezeigt, dass die Auseinandersetzung mit Misserfolgen die Entwicklung einer resilienten Haltung unterstützt. Resilienz, die psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber Misserfolgen, ermöglicht es uns, Rückschläge als integralen Bestandteil des kreativen Prozesses zu sehen und nicht als Endpunkt. Diese Resilienz fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch die persönliche Entwicklung und das Wohlbefinden, indem sie uns hilft, mit den unvermeidlichen Herausforderungen des Lebens umzugehen.

Die unerzählten Geschichten des Scheiterns – die Versuche, die nicht zum gewünschten Ergebnis führten, die Ideen, die verworfen wurden, und die Projekte, die fehlschlugen – sind somit von unschätzbarem Wert. Sie sind Zeugnisse des kreativen Kampfes, der letztendlich zu Durchbrüchen führt. Indem wir diese Geschichten teilen, öffnen wir einen Dialog über die Realität des kreativen Schaffens, der weit entfernt ist von der Illusion ständiger Perfektion.

Ein Aufruf zur Authentizität

Lasst uns die Fassade der Perfektion fallen lassen. Teilen wir die echten, rohen Momente unseres Schaffensprozesses. Zeigen wir die Welt nicht nur, wie sie sein könnte, sondern wie sie ist – unvollkommen, chaotisch, wunderschön. Indem wir unsere eigenen Geschichten von Scheitern und Erfolg teilen, schaffen wir einen Raum für Authentizität und Verbindung.

In einer Welt, die von der Illusion der Perfektion geblendet wird, lass uns gemeinsam diejenigen sein, die Licht ins Dunkel bringen. Zeigen wir, dass hinter jedem glänzenden Bild eine Geschichte steckt, die es wert ist, erzählt zu werden. Lassen wir unsere Misserfolge als das erscheinen, was sie wirklich sind: nicht als Hindernisse, sondern als Stufen auf der Leiter zum Erfolg.

Ich persönlich finde es super wichtig, dass wir in einer Umgebung wie Instagram, die uns oft nur die glänzenden Momente zeigt, es an der Zeit ist, einen mutigeren, authentischen Ansatz zu wählen. Indem wir nämlich die volle Bandbreite unseres kreativen Prozesses teilen – die Unsicherheiten, die Fehlschläge, ebenso wie die Erfolge –, fördern wir nicht nur unser persönliches Wachstum, sondern auch das der Gemeinschaft um uns herum. Diese Ehrlichkeit lädt ganz bestimmt auch andere ein, ihre eigenen Geschichten zu teilen, schafft eine Kultur der Unterstützung und macht sichtbar, dass hinter jedem Erfolg harte Arbeit und Resilienz stehen. Lassen wir die Illusion der Perfektion hinter uns und feiern stattdessen die echte, ungeschönte Schönheit des Schaffens.

Fazit: Die Schönheit des Unvollkommenen

Instagram vs. Realität ist mehr als ein Vergleich; es ist eine Erinnerung daran, dass das Leben in all seinen Facetten gefeiert werden sollte. Unsere Fehler, unsere Stolpersteine sind es, die uns einzigartig machen. Indem wir die Realität hinter den Kulissen teilen, ermutigen wir andere, das Gleiche zu tun. Lasst uns eine Gemeinschaft aufbauen, die nicht Perfektion, sondern Authentizität und menschliche Verbindung schätzt. Denn am Ende des Tages ist es die Unvollkommenheit, die uns perfekt macht.

Ganz ehrlich, Perfektion ist doch nur eine glitzernde Fata Morgana am Horizont, die uns immer wieder einlullt und uns glauben macht, nur das Blitzsaubere zählt etwas. Aber im echten Leben? Da geht’s um den Weg, die Funken der Leidenschaft, die wir ins Feuer unserer Projekte pusten, und die pure Freude am Kreieren. Das ist es, was wir laut und stolz feiern sollten – auf Instagram und überhaupt überall, wo wir unseren kreativen Spirit rauslassen.

Diese ewige Jagd nach Likes und Followerzahlen, kann, wenn wir mal wirklich ehrlich sind, ganz schön an den Nerven zerren und lenkt auch schnell von dem ab, was wirklich rockt: echt und unverstellt zu sein. Unsere ganze, ungeschminkte Wahrheit zu zeigen, mit allen Ecken, Kanten und den kleinen oder großen Chaosmomenten, macht uns erst richtig menschlich. Es sind diese Geschichten, die uns verbinden, die zeigen, dass wir alle im selben Boot sitzen.

Also, wie wär’s, wenn wir uns von heute an ein bisschen lockerer machen? Kein Versteckspiel mehr hinter einer glänzenden Perfektionsmaske. Oder zumindest nicht ständig! Ein bisschen Perfekt ist schon schön. Lass uns unsere Skizzen, unsere halbfertigen Projekte, unsere „Ups“-Momente mit einem Lächeln teilen. Denn genau diese scheinbaren Imperfektionen sind es, die unsere individuellen Pfade zeichnen. Sie sind Beweise unserer Abenteuerlust, unseres Mutes, Neues zu probieren, und unserer Stärke, auch mal ein kreatives Tief durchzustehen. Unser echter Wert und das, was uns wirklich unverwechselbar macht, liegt nicht in der Perfektion, sondern in unserer unverfälschten, bunten, kreativen Seele und den Geschichten, die wir damit in die Welt tragen. Lasst uns genau das zelebrieren. Yay.



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